Technik · Prüfpunkt
Warum kann eine Lade-Animation der Auffindbarkeit schaden?
Weil ein Lade-Overlay den Inhalt genau in dem Moment verdecken kann, in dem die Suchmaschine die Seite betrachtet — bewertet wird dann eine leere Fläche. Dasselbe passiert, wenn der gesamte Seitenkörper unsichtbar startet und erst per JavaScript eingeblendet wird. Der Prüfbereich „Indexierung“ sucht im ausgelieferten HTML nach beiden Mustern: verdeckenden Überlagerungen und einem unsichtbar geschalteten Seitenkörper.
Überlagerungen, die den Inhalt verdecken
Viele Websites legen beim Laden eine Fläche über die Seite: einen drehenden Kreis, ein animiertes Logo, eine Begrüßungsfläche. Auch Cookie-Wände, Alters-Abfragen und Bezahlschranken gehören in diese Familie — sie alle schieben sich zwischen Besucher und Inhalt. Verschwindet die Fläche zuverlässig, ist das vor allem eine Geschmacksfrage. Hakt aber das Skript, das sie ausblenden soll, bleibt sie stehen — und sowohl Besucher als auch Suchmaschine sehen nur die Überlagerung. Die Prüfung erkennt solche Elemente an ihren typischen Bezeichnungen im Quelltext und meldet jede Fläche, die nicht von vornherein ausgeblendet ist.
Der unsichtbar gestartete Seitenkörper
Eine zweite Spielart ist subtiler: Manche Designs starten den gesamten Seitenkörper unsichtbar — mit voller Durchsichtigkeit oder ausgeblendeter Darstellung — und lassen ihn erst nach dem Laden weich einblenden. Der Effekt sieht elegant aus, hat aber eine Kehrseite: Führt der Browser das zuständige Skript nicht aus, bleibt die Seite dauerhaft leer, obwohl der Inhalt technisch vorhanden wäre. Die Prüfung liest deshalb das body-Element des ausgelieferten HTML und schlägt an, wenn es unsichtbar startet. Ein solcher Befund oder eine verdeckende Überlagerung kostet alle 10 Punkte dieser Regel.
Eingeblendete Inhalte beim Scrollen
Verwandt, aber milder: Elemente, die erst beim Scrollen weich einblenden. Der Inhalt steht dabei vollständig im Dokument und ist für Suchmaschinen lesbar — nur die sichtbare Darstellung folgt später. Die Prüfung zählt solche Effekte und vermerkt sie als Hinweis, nicht als Mangel. Kritisch wird es erst, wenn Inhalt ohne JavaScript überhaupt nicht erscheint. Die Faustregel für Ihre Website lautet: Jeder Text soll auch dann lesbar sein, wenn kein einziges Skript läuft — Animation ist Zugabe, nicht Voraussetzung. Testen lässt sich das mit abgeschaltetem JavaScript im Browser.
So gehen Sie es an
- Schalten Sie JavaScript im Browser testweise ab und rufen Sie Ihre Seite auf — bleibt sie leer, verdeckt oder unsichtbar, liegt genau dieses Problem vor.
- Verzichten Sie auf Lade-Animationen, die den ganzen Bildschirm bedecken.
- Lassen Sie Einblendungen wie Cookie-Hinweise so umsetzen, dass der Inhalt dahinter im Dokument vollständig vorhanden und lesbar bleibt.
- Bitten Sie Ihre Agentur, den Seitenkörper sichtbar starten zu lassen — Einblende-Effekte dürfen Zugabe sein, nie Voraussetzung.
Häufige Fragen
Was ist ein Lade-Overlay?
Ein Lade-Overlay ist eine Fläche, die sich beim Öffnen einer Website über den Inhalt legt — oft mit einem drehenden Kreis oder einem Logo — und verschwinden soll, sobald die Seite fertig geladen ist. Bleibt sie wegen eines Skriptfehlers stehen, sehen Besucher und Suchmaschinen nur diese Fläche statt des Inhalts.
Schadet ein Cookie-Banner der Indexierung?
Ein übliches Banner am Seitenrand schadet nicht, solange der Inhalt dahinter im Dokument vollständig vorhanden ist. Eine Cookie-Wand, die die ganze Seite bedeckt, wertet unsere Prüfung dagegen als verdeckende Überlagerung. Ob und wie ein Banner rechtlich nötig ist, prüfen wir nicht — die Messung ist eine technische Untersuchung, keine Rechtsberatung.
Warum bleibt eine Website manchmal komplett weiß?
Häufige Ursache ist ein Seitenkörper, der unsichtbar startet und per Skript eingeblendet werden soll. Schlägt das Skript fehl — etwa durch einen Fehler in einer eingebundenen Datei — bleibt die Seite leer, obwohl der Inhalt technisch vorhanden ist. Genau dieses Muster erkennt die Prüfung am ausgelieferten HTML.
Weiter im Prüfbereich Technik
- Was ist Cloaking und wie wird es erkannt?Cloaking heißt: Suchmaschine und Besucher bekommen verschiedene Seiten. Die Prüfung ruft beide Fassungen ab und vergleicht die Auslieferung.
- Wozu brauchen robots.txt und Sitemap einander?Die robots.txt soll auf die Sitemap verweisen, und die Sitemap muss abrufbar sein. Geprüft wird die ganze Kette bis zur richtigen Domain.
- Was passiert mit alten Adressen nach einem Website-Relaunch?Früher indexierte Adressen, die nach einem Relaunch Fehler liefern, fallen aus dem Suchindex — und der Wert eingehender Verweise verfällt mit ihnen.
- Warum dürfen interne Links nicht auf Fehlerseiten führen?Interne Links auf 4xx-/5xx-Adressen verschwenden Crawl-Budget und brechen Besucherwege. Die Prüfung zählt betroffene Adressen und nennt Beispiele.
Dieser Prüfpunkt gehört zum Prüfbereich Technik — dort stehen alle Prüfpunkte im Überblick. Was die Prüfung insgesamt leistet, zeigt die Leistungsseite; wie ein Ergebnis zustande kommt, erklärt das Prüfverfahren. Alle Prüfbereiche im Überblick: Wissensbasis.