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Beta — Entwurfsstand. Prüfordnung und Hinweistexte sind noch nicht rechtlich freigegeben; es werden derzeit keine verbindlichen Siegel ausgestellt.

Barrierefreiheit · Prüfpunkt

Warum muss eine Website ihre Sprache angeben?

Eine Website muss ihre Sprache im Quelltext angeben, damit Vorleseprogramme den Text richtig aussprechen. Ein blinder Besucher hört Ihre Seite, statt sie zu lesen. Fehlt die Sprachangabe, rät sein Programm — und liest deutschen Text womöglich mit englischen Ausspracheregeln vor. Aus „Kontakt aufnehmen“ wird dann unverständliches Kauderwelsch. Das WCAG-Kriterium 3.1.1 verlangt deshalb auf jeder Seite eine gültige Sprachangabe.

Was die Sprachangabe für Besucher bewirkt

Ein Vorleseprogramm wandelt Bildschirmtext in gesprochene Sprache um. Dafür muss es wissen, welche Sprache es vor sich hat: Deutsch, Englisch und Französisch folgen völlig verschiedenen Ausspracheregeln. Die Sprachangabe steht als kurzer Vermerk im Quelltext der Seite, meist ganz am Anfang, und ist für sehende Besucher unsichtbar. Sie hilft aber weit über das Vorlesen hinaus. Der Browser bietet die passende Übersetzung an, wenn ein ausländischer Gast die Seite öffnet. Die Silbentrennung bricht Wörter an den richtigen Stellen um. Und Suchmaschinen ordnen die Seite dem richtigen Sprachraum zu. Eine einzige Zeile im Quelltext entscheidet also darüber, ob Ihre Inhalte für viele Menschen brauchbar ankommen.

So prüft der Prüfservice die Sprachangabe

Dieses Kriterium prüft unser Messkern vollständig automatisch, mit dem anerkannten Prüfwerkzeug axe-core. Er lädt Ihre Seite in einem echten Browser und kontrolliert zwei Dinge: Erstens muss die Sprachangabe am Seitengerüst überhaupt vorhanden sein. Zweitens muss sie ein gültiges Sprachkürzel enthalten, etwa „de“ für Deutsch oder „de-AT“ für österreichisches Deutsch — ein Tippfehler wie „deutsch“ gilt als Verstoß. Um Zufallsbefunde auszuschließen, läuft axe-core zweimal mit 800 Millisekunden Abstand; nur was beide Läufe zeigen, zählt. Der Bericht weist das Kriterium anschließend klar aus: bestanden oder verstoßen, samt Beleg. Eine leere Prüfung gilt bei uns als Fehler, nie als Freibrief.

So gehen Sie es an

  • Öffnen Sie den Quelltext Ihrer Startseite per Rechtsklick und „Seitenquelltext anzeigen“ und suchen Sie in den ersten Zeilen nach dem Vermerk lang=„de“.
  • Bitten Sie Ihre Agentur, die Sprachangabe im Seitengerüst zu setzen — dann gilt sie automatisch für alle Unterseiten.
  • Prüfen Sie jede Sprachversion einzeln: Die englische Fassung Ihrer Website braucht das Kürzel „en“, die deutsche „de“.
  • Wiederholen Sie den Blick in den Quelltext nach jedem Wechsel des Baukastensystems oder der Website-Software.

Häufige Fragen

Was ist das lang-Attribut einer Website?

Das lang-Attribut ist ein kurzer Vermerk im Quelltext, der die Sprache der Seite benennt, etwa lang=„de“ für Deutsch. Besucher sehen ihn nie. Vorleseprogramme, Browser-Übersetzung, Silbentrennung und Suchmaschinen lesen ihn aber aus und richten ihr Verhalten danach. Er steht ganz am Anfang des Quelltexts, direkt am Seitengerüst, und gilt für die gesamte Seite.

Was passiert, wenn die Sprachangabe auf einer Website fehlt?

Ohne Sprachangabe muss ein Vorleseprogramm raten. Steht es auf Englisch, liest es deutschen Text mit englischen Ausspracheregeln vor — das Ergebnis ist für blinde Besucher kaum verständlich. Zusätzlich bietet der Browser ausländischen Gästen keine passende Übersetzung an, und die automatische Silbentrennung trennt Wörter an falschen Stellen. Das WCAG-Kriterium 3.1.1 wertet die fehlende Angabe als Verstoß.

Wie prüfe ich die Sprachangabe meiner Website selbst?

Öffnen Sie Ihre Startseite, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle und wählen Sie „Seitenquelltext anzeigen“. In den ersten Zeilen sollte ein Vermerk wie lang=„de“ stehen. Fehlt er oder steht dort ein anderes Kürzel als Ihre tatsächliche Seitensprache, geben Sie den Befund an Ihre Agentur weiter — die Korrektur ist meist eine einzige Zeile.

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Dieser Prüfpunkt gehört zum Prüfbereich Barrierefreiheit — dort stehen alle Prüfpunkte im Überblick. Was die Prüfung insgesamt leistet, zeigt die Leistungsseite; wie ein Ergebnis zustande kommt, erklärt das Prüfverfahren. Alle Prüfbereiche im Überblick: Wissensbasis.