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Beta — Entwurfsstand. Prüfordnung und Hinweistexte sind noch nicht rechtlich freigegeben; es werden derzeit keine verbindlichen Siegel ausgestellt.

Barrierefreiheit · Prüfpunkt

Wie oft darf eine Website pro Sekunde aufblitzen?

Eine Website darf in keiner Sekunde mehr als dreimal aufblitzen. Dieser Grenzwert aus dem WCAG-Kriterium 2.3.1 schützt Menschen mit photosensitiver Epilepsie: Schnell blitzende Flächen können bei ihnen einen Krampfanfall auslösen — mit Sturzgefahr und Verletzungsrisiko. Betroffen sind vor allem Videos, animierte Werbebanner und Effekt-Animationen mit hartem Hell-Dunkel-Wechsel auf größerer Fläche.

Drei Blitze pro Sekunde als Schutzgrenze

Bei photosensitiver Epilepsie reagiert das Gehirn auf schnelle Helligkeits- oder Farbwechsel mit unkontrollierten Entladungen. Ausgelöst wird das nicht von jeder Animation, sondern von hartem Blitzen: großflächigen, kontrastreichen Wechseln in schneller Folge, besonders mit kräftigem Rot. Die WCAG ziehen die Grenze bei drei Blitzen in einer Sekunde. Im Web-Alltag entsteht die Gefahr selten durch das Design selbst — häufiger stecken sie in eingebundenen Videos, Gewinnspiel-Animationen oder Werbebannern von Drittanbietern. Wer Videos veröffentlicht, prüft das Material vor der Freigabe; für Stroboskop-Szenen gehört eine Warnung vor das Video, besser noch: eine entschärfte Fassung.

So geht der Prüfservice mit Blitz-Inhalten um

Eine belastbare Blitz-Analyse müsste jedes Video Bild für Bild auf Helligkeitssprünge, betroffene Flächenanteile und Rotanteile untersuchen. Ein oberflächlicher Schnelltest, der dann „bestanden“ meldet, wäre bei einem Gesundheitsrisiko dieser Art unverantwortlich. Der Prüfservice urteilt deshalb hier nicht automatisch: Der Bericht weist das Kriterium offen als manuell zu prüfenden Punkt aus. Das ist Teil unseres Grundsatzes, jedes der WCAG-Kriterien einzeln auszuweisen — bestanden, verstoßen, manuell zu prüfen oder nicht automatisiert prüfbar. Eine leere Prüfung gilt als Fehler, nie als Freibrief.

So gehen Sie es an

  • Sichten Sie jedes Video vor der Veröffentlichung auf Stroboskop- und Blitzeffekte, besonders Event- und Produktfilme.
  • Verzichten Sie auf Werbebanner und Animationen mit schnellem Hell-Dunkel-Wechsel oder kräftigen Rot-Blitzen.
  • Stellen Sie vor unvermeidbare Blitz-Szenen eine deutliche Warnung und bieten Sie eine entschärfte Fassung an.
  • Fragen Sie bei eingekauften Werbeflächen nach, welche Bewegt-Inhalte dort ausgespielt werden — auch Fremdinhalte laufen auf Ihrer Seite.

Häufige Fragen

Was ist photosensitive Epilepsie?

Photosensitive Epilepsie ist eine Form der Epilepsie, bei der schnelle Licht- und Kontrastwechsel Krampfanfälle auslösen können — etwa Stroboskoplicht, flackernde Bildschirme oder blitzende Videos. Ein Anfall kann Sekunden bis Minuten dauern und birgt Sturz- und Verletzungsgefahr. Deshalb begrenzen die WCAG blitzende Web-Inhalte auf höchstens drei Blitze pro Sekunde.

Welche Inhalte auf Websites blitzen typischerweise zu schnell?

Am häufigsten sind es Videos mit Stroboskop-Szenen, etwa von Konzerten oder Partys, dazu Gewinnspiel-Animationen, aggressive Werbebanner und Countdown-Effekte mit schnellem Farbwechsel. Das eigentliche Seitendesign ist selten das Problem. Kritisch wird es bei großflächigen, kontrastreichen Wechseln in schneller Folge — besonders, wenn kräftiges Rot beteiligt ist.

Kann eine automatische Prüfung Blitz-Inhalte erkennen?

Eine seriöse Blitz-Analyse müsste Videos Bild für Bild auf Helligkeitssprünge, Flächenanteile und Rotanteile auswerten. Unser Prüfservice führt eine solche Video-Analyse nicht durch und behauptet deshalb auch kein Urteil: Der Bericht weist das Kriterium offen als manuellen Prüfpunkt aus. Bei einem Gesundheitsrisiko wäre ein ungedecktes „bestanden“ die schlechteste aller Antworten.

Weiter im Prüfbereich Barrierefreiheit

Dieser Prüfpunkt gehört zum Prüfbereich Barrierefreiheit — dort stehen alle Prüfpunkte im Überblick. Was die Prüfung insgesamt leistet, zeigt die Leistungsseite; wie ein Ergebnis zustande kommt, erklärt das Prüfverfahren. Alle Prüfbereiche im Überblick: Wissensbasis.