Zum Inhalt springen

Beta — Entwurfsstand. Prüfordnung und Hinweistexte sind noch nicht rechtlich freigegeben; es werden derzeit keine verbindlichen Siegel ausgestellt.

Barrierefreiheit · Prüfpunkt

Warum braucht jede Seite einen eigenen aussagekräftigen Seitentitel?

Jede Seite braucht einen eigenen Seitentitel, weil er an vielen Stellen stellvertretend für die Seite steht: als Beschriftung des Browser-Tabs, als blaue Überschrift im Google-Ergebnis und als Erstes, was ein Vorleseprogramm beim Öffnen ansagt. Ein Titel wie „Home“ oder „Unbenannt“ sagt an all diesen Stellen nichts — Besucher wissen nicht, wo sie gelandet sind. Das WCAG-Kriterium 2.4.2 verlangt einen Titel, der Thema oder Zweck der Seite beschreibt.

Ein guter Seitentitel nennt Thema und Anbieter

Bewährt hat sich das Muster „Thema der Seite – Name des Anbieters“, etwa „Öffnungszeiten und Anfahrt – Tischlerei Berger“. Wer zehn Browser-Tabs offen hat, findet Ihre Seite am Tab-Text wieder; wer im Suchergebnis vergleicht, entscheidet anhand der blauen Überschrift, ob er klickt. Für blinde Nutzer ist der Titel noch wichtiger: Das Vorleseprogramm sagt ihn als Allererstes an — er ist die Antwort auf die Frage „Wo bin ich gerade“. Tragen alle Unterseiten denselben Titel, sind sie im Tab, im Verlauf und in den Lesezeichen nicht mehr unterscheidbar. Jede Seite verdient deshalb ihren eigenen, sprechenden Titel.

So prüft der Prüfservice Seitentitel

Die Messung prüft dreierlei: Der Titel muss vorhanden sein, eine Mindestlänge erreichen und darf nicht auf der Liste nichtssagender Allerweltstitel stehen — „Home“ allein ist kein Titel. Fehlt er oder ist er nichtssagend, gilt das Kriterium als verstoßen. Ist ein brauchbarer Titel vorhanden, bleibt eine Frage bewusst offen: Ob er Thema oder Zweck der Seite wirklich beschreibt, kann nur ein Mensch beurteilen — „Aktuelles“ ist formal ein Titel, sagt über eine Preisliste aber nichts. Der Bericht weist diesen Rest deshalb als manuellen Prüfpunkt aus, statt vorschnell „bestanden“ zu melden.

So gehen Sie es an

  • Öffnen Sie fünf Unterseiten Ihrer Website in Tabs und lesen Sie nur die Tab-Beschriftungen — können Sie die Seiten unterscheiden?
  • Geben Sie jeder Seite einen Titel nach dem Muster „Thema – Firmenname“, etwa „Preise – Malerbetrieb Huber“.
  • Ersetzen Sie Allerweltstitel wie „Home“, „Startseite“ oder „Willkommen“ durch das tatsächliche Thema der Seite.
  • Stellen Sie das Unterscheidende nach vorn: erst das Seitenthema, dann der Firmenname — nicht umgekehrt.

Häufige Fragen

Wo sehe ich den Seitentitel meiner Website?

An drei Stellen: oben im Browser-Tab, als blaue Überschrift Ihres Google-Ergebnisses und in den Lesezeichen des Browsers. Vorleseprogramme sagen ihn zusätzlich als Erstes an, wenn eine Seite geöffnet wird. Der Titel steht im Quelltext jeder Seite und wird in jedem Redaktionssystem pro Seite gepflegt — meist im Feld „Seitentitel“ oder „Titel“.

Was ist ein guter Seitentitel für eine Unterseite?

Ein guter Titel nennt zuerst das Thema der Seite und dann den Anbieter, etwa „Öffnungszeiten und Anfahrt – Tischlerei Berger“. So ist die Seite im Browser-Tab, im Suchergebnis und im Verlauf sofort zuzuordnen. Wichtig ist die Reihenfolge: das Unterscheidende nach vorn. Beginnt jeder Titel mit dem Firmennamen, sehen alle Tabs gleich aus.

Ist „Home“ als Seitentitel ein WCAG-Verstoß?

Ja, in unserer Prüfung schon: „Home“ beschreibt weder Thema noch Zweck der Seite und steht auf der Liste nichtssagender Titel, die der Messkern als Verstoß wertet. Auch die Suchmaschine kann damit nichts anfangen. Besser ist ein Titel, der Ihr Angebot und Ihren Namen nennt — etwa „Elektroinstallation in Graz – Elektro Steiner“.

Weiter im Prüfbereich Barrierefreiheit

Dieser Prüfpunkt gehört zum Prüfbereich Barrierefreiheit — dort stehen alle Prüfpunkte im Überblick. Was die Prüfung insgesamt leistet, zeigt die Leistungsseite; wie ein Ergebnis zustande kommt, erklärt das Prüfverfahren. Alle Prüfbereiche im Überblick: Wissensbasis.