Barrierefreiheit · Prüfpunkt
Wann braucht ein aufgezeichnetes Video eine Audiodeskription?
Ein aufgezeichnetes Video braucht eine Audiodeskription, sobald wichtige Inhalte nur im Bild erscheinen — eingeblendete Zahlen, Diagramme, gezeigte Handgriffe. Eine zusätzliche Tonspur beschreibt diese Bildinhalte dann in den Sprechpausen, damit blinde Menschen dem Video vollständig folgen können. Erzählt der Ton bereits alles Wichtige, ist keine zusätzliche Spur nötig.
Die zweite Tonspur macht das Bild hörbar
Diese Anforderung baut auf der Grundregel für Medienalternativen auf und verlangt für aufgezeichnete Videos ausdrücklich die beschreibende Tonspur. Der Unterschied zur einfacheren Stufe: Eine reine Textfassung genügt hier nicht mehr — die Beschreibung soll im Video selbst hörbar sein. Praktisch heißt das: Ihr Produktvideo bekommt eine zweite Tonfassung, in der ein Erzähler die Sprechpausen nutzt, um das Sichtbare zu benennen — „Die Monteurin löst die zwei Schrauben an der Unterseite“. Der Besucher wählt im Abspieler zwischen Originalton und beschriebener Fassung. Am günstigsten fährt, wer schon beim Dreh Sprechpausen einplant und alles Wichtige aussprechen lässt.
So prüft unser Messkern die Audiodeskription
Die automatische Prüfung untersucht jedes Video-Element auf Ihrer Seite: Gibt es eine Beschreibungs-Spur, wird die zugehörige Datei tatsächlich geladen und auf echte Einträge mit Zeitangaben geprüft. Nur wenn jede gefundene Videodatei eine solche gefüllte Spur hat, gilt das Kriterium als automatisch bestanden — ein leerer Verweis reicht nicht. Was die Maschine grundsätzlich nicht kann: beurteilen, ob ein Video überhaupt beschreibungsbedürftige Bildinhalte hat, ob die Beschreibung treffend ist und was in eingebetteten Fremdabspielern wie YouTube steckt. In diesen Fällen weist der Bericht das Kriterium als „manuell prüfen“ aus. Beim Gold-Standard sieht ein Mensch das Video an und entscheidet.
So gehen Sie es an
- Hören Sie Ihre Videos mit geschlossenen Augen an und notieren Sie jede Stelle, an der Ihnen Information fehlt.
- Lassen Sie bei neuen Produktionen alles Eingeblendete auch aussprechen — dann braucht es oft gar keine eigene Beschreibungs-Spur.
- Beauftragen Sie für bestehende, bildlastige Videos eine beschriebene Tonfassung bei einem darauf spezialisierten Dienstleister.
- Bitten Sie Ihre Agentur, die Beschreibungs-Spur als eigene, wählbare Tonspur im Abspieler einzubinden.
- Priorisieren Sie: Beginnen Sie mit den Videos, die Kaufentscheidungen oder Vertragsabschlüsse vorbereiten.
Häufige Fragen
Was kostet eine Audiodeskription für ein Firmenvideo?
Das hängt von Länge und Bildlastigkeit ab, und wir nennen bewusst keine Schätzwerte. Günstiger als jede Nachrüstung ist die Vermeidung: Wer beim Dreh alles Wichtige aussprechen lässt, braucht oft keine eigene Beschreibungs-Spur. Holen Sie für bestehende Videos Angebote spezialisierter Dienstleister ein.
Braucht ein reines Interview-Video eine Audiodeskription?
In der Regel nein. Wenn zwei Personen sprechen und keine wichtigen Informationen eingeblendet werden, erzählt der Ton bereits alles — es gibt nichts zu beschreiben. Sobald aber Bauchbinden mit Namen, Zahlen oder Produktbilder inhaltlich zählen, sollten diese Inhalte gesprochen oder in einer Beschreibungs-Spur ergänzt werden.
Erkennt die automatische Prüfung eine fehlende Audiodeskription?
Sie erkennt, ob eine Beschreibungs-Spur technisch vorhanden und gefüllt ist — die Datei wird dafür wirklich geladen und geprüft. Ob ein Video eine Beschreibung inhaltlich braucht und ob sie gelungen ist, beurteilt beim Gold-Standard ein Mensch. Der Bericht weist offen aus, was gemessen wurde und was ein menschliches Urteil ist.
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